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Taubenschlag statt Fütterungsverbot

Stellungnahme CDU-Pressemitteilung „Tauben- und Rattenplage an der Wurzel bekämpfen“

Andernach, 17.03.2025 – Altstadt-Anwohner klagen über eine Rattenplage: Diesen Umstand nimmt die CDU-Stadtratsfraktion auf, um auf die stark zunehmende Population der Stadttauben aufmerksam zu machen. Ratten und Tauben: Zwei Themen, die sich laut CDU gegenseitig bedingen.
Vor allem in Großstädten sorgen größer werdende Taubenpopulationen auch bundesweit immer wieder für Schlagzeilen. Was viele offensichtlich nicht wissen: Obwohl in Städten wie Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart das Füttern von Tauben mittlerweile mit einem Bußgeld geahndet wird, gibt es ein Urteil, dass dieses Verbot als rechtswidrig und als Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt einstuft. Der Grund: Stadttauben sind keine Wild-, sondern Haustiere. Dem Gutachten von Dr. Kathrin Hermann, Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin, zufolge, zeigen Genanalysen, dass sich Stadttauben nicht mit Wildtauben paaren. Somit besteht eine Fürsorgepflicht für die domestizierten Tiere. Und da die ursprünglichen Halter längst nicht mehr ermittelt werden können, ist die Halterpflicht Aufgabe der Kommunen, die sich um Fütterung, Pflege und tierärztliche Versorgungen kümmern müssten.
Ein Umstand, dem die Stadt Andernach durch ein reines Fütterungsverbot nicht nachkommt. Der beste Weg zur Eindämmung der Stadttaubenpopulation ist ohnehin das Einrichten betreuter Taubenschläge, in denen zum Beispiel Taubeneier gegen Gipsimitate ausgetauscht werden können, damit sich die Tiere nur noch kontrolliert vermehren. Sie sorgen auch dafür, Tauben an ausgesuchte Orte zu binden.
Zu kurz gesprungen erscheint ohnehin die Idee, das Ratten- und Taubenthema in der Altstadt mit einem Bußgeld erschlagen zu können. Richtig ist indes, dass die Vögel nicht mit Brot gefüttert werden dürfen – es macht sie krank und ihren Kot sauer (schlecht für die Bausubstanz). Hier sind Körner und Saaten die optimale Wahl. Gleiches gilt für Enten am Rhein und am Stadtgrabenweier. Hier ist auch noch viel Aufklärung nötig.
Dass die Rattenplage allerdings ursächlich von der Tauben-Fütterung einzelner Personen verursacht ist, mutet skurril an, wenn man die zahlreichen Müllplätze rund um den Andernacher Marktplatz kennt. Hier ist die Einführung der gelben Tonnen bestimmt bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings bedarf es noch stärker der Kontrolle von wilden Müllablageplätzen, um den Ratten in der Altstadt Einhalt zu bieten. Wer mag, darf sich gerne nach größeren Festen nachts um den Steinweg ein Bild davon machen, wie tierische Altstadtbewohner sich über weggeworfenes Essen in Einwegverpackugen hermachen.
Zum Schluss sei noch mit einem Vorurteil aufgeräumt, dass sich ebenfalls hartnäckig hält: Es ist längst bekannt, dass die allermeisten Krankheitserreger bei Tauben wirtspezifisch sind und keine Gefährdung für den Menschen darstellen.
 

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